Extrakorporale kardiopulmonale Reanimation
Die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (eCPR) ist eine logistisch, medizinisch und mental hoch anspruchsvolle Prozedur. Die Indikation sollte möglichst früh gestellt werden, um den Zeitverzug möglichst klein zu halten. Die Kriterien für oder gegen eine eCPR sind Gegenstand aktueller Forschung. Medical intervention cars bringen die eCPR „auf die Straße“. Mehr zum Thema findet ihr auch hier im Notfallguru.
Das pdf zu dieser Folge findet Ihr hier:
Einleitung
Die eCPR und die Kriterien für oder gegen die Etablierung einer eCPR sind Gegenstand aktueller Forschung. Die hier genannten Kriterien stellen einen Vorschlag von uns dar. Die Kriterien können sich ändern oder sich je nach Quelle unterscheiden. Gegenstand der Forschung ist auch, ob die Etablierung bereits präklinische sinnvoll ist oder besser ein rascher Transport in ein qualifiziertes Zentrum erfolgen sollte. In den Facts findet ihr den aktuellen Stand und unsere Vorschläge zum Umgang mit diesem komplexen Thema. Wie immer sind die Facts nicht allumfassend, bieten aber einen guten Approach für den Alltag.
Fact 1 – NUTZEN NUR BEI FRÜHESTMÖGLICHEM EINSATZ!
Der Patient profitiert nur von einer eCPR, wenn die Entscheidung möglichst früh getroffen und das eCPR Zentrum rechtzeitig informiert wird. Mobile Einheiten in Form von z.B. Medical Intervention Cars (MIC) werden häufiger. Der Transport unter Reanimation birgt eigene Gefahren für das Team und den Patienten (low-flow time, Verrutschen der Reanimationshilfe usw.). Daher sollte im Team frühzeitig eine Entscheidung für oder gegen eine eCPR gefällt werden, um den Zeitverlust für die Vorbereitung und den Transport so gering wie möglich zu halten.
Fact 2 – TEAM RESOURCE MANAGEMENT!
Die eCPR ist eine technisch, medizinisch und organisatorisch hoch anspruchsvolle Maßnahme. Insbesondere präklinisch sind die Umweltbedingungen nicht immer optimal (Kälte, Nässe, schlechte Lichtverhältnisse etc.). Eine hochqualitative Durchführung der ALS Maßnahmen darf nicht vernachlässigt werden und hat weiterhin die höchste Priorität. Raumordnung (viel Material notwendig), Synchronisierung verschiedener Teams (RTW, NEF und eCPR Team) und die hochinvasive Technik sind herausfordernd. Training & standardisierte Abläufe sind Voraussetzung für das Gelingen.
Fact 3 – PATIENTENAUSWAHL FÜR ECPR!
Die Erfassung entscheidungsrelevanter Informationen beginnt bereits bei der Notrufabfrage. Nach 15-20min sollte die Entscheidung für oder gegen eine eCPR stehen. Bis zur Etablierung einer eCPR sollten weniger als 60min ab Kollapsereignis vergehen.

Fact 4 – AUSSCHLUSSKRITERIEN!
Für die eCPR gilt eine strenge Indikationsstellung, damit der Patient auch wirklich profitiert. Patientenseitige Faktoren müssen ebenso stimmen, wie logistische und organisatorische Grundlagen (z.B. Verfügbarkeit, Transportzeit, geeignetes eCPR Zentrum). Die Kriterien sind Gegenstand aktueller Forschung und sind nicht als absolut zu betrachten. Wir schlagen vor Grimassieren (als Zeichen einer suffizienten CPR) und etCO2 in die Überlegungen einzubeziehen.
Fact 5 – ZIELKRANKENHAUS!
Für eine eCPR wird eine veno-arterielle ECMO benötigt. Das Haus sollte zudem über ein ECLS / Cardiac arrest center verfügen. Die Transportwege in ein entsprechendes Haus können lang sein, sodass auch aus diesem Grund die Entscheidung früh getroffen werden muss. Ein luftgebundener Transport ist in die Überlegungen einzubeziehen.
Quellen und weiterführende Infos:
https://www.notfallguru.de/leitsymptome/allgemeines/reanimation#toc-ecls
eCPR bei prähospitalem therapierefraktärem Herz-Kreislauf-Stillstand
ECLS und eCPR – Was ist wichtig für den Notarzt?
Extrakorporale Reanimation – Kriterien, Bedingungen, Outcome Ein Reality-Check
Frühe ECMO bessert bei außerklinischem Herzstillstand nicht die Ergebnisse
