Ein neuer Trend, der zuletzt z.B. in den USA immer wieder für Suizidversuche genutzt wird: Natriumnitrit.
In den neuen NERDfacts gibt’s die wichtigsten Punkte zu Diagnostik und Therapie für Natriumnitrit MetHb Bildner ganz fokussiert zusammengefasst. Vielen Dank den Toxdocs Christoph und Raimond für deren fantastische Recherche, die wir hier nutzen durften! Auf der Toxdocs-Seite findet ihr auch viele weitere Informationen, Quellen und detaillierte Hintergründe zu Met-Hb-Bildern und der Behandlung.
Hallo und herzlichst willkommen zu einer weiteren Runde bei den NERDfällen! 🤓 Es geht zu einer 74-jährigen Dame mit Atemnot. Vergesst nicht, eure Gedanken hier in den Kommentaren oder in der Telegram-Diskussionsgruppe mit all den anderen Nerds da draußen zu teilen. Viel Freude mit dem Fall!
Na da hat der Unbekannte ja nochmal Glück gehabt, etwas genauer unter die Lupe genommen worden zu sein! Die Blutwerte haben die Diagnose zwar bereits verraten aber auch so hat sich in der Gruppe kaum jemand vom „typischen“ Drogenintox-Setting verleiten lassen. Generell war es schon wieder ein richtig starker Austausch u.a. zur Einsatztaktik, zum Transportziel und Therapieansätzen, welcher schlussendlich sogar noch die korrekte Vermutung zur Ursache hervorbrachte 😀 Aber das Fall-Ende soll natürlich trotzdem nicht vorenthalten bleiben:
Achtung vor den „Killer-Bs“!🐝 Im neuen EKG-Quickie mit Klaus Fessele geht es aber nicht um süße Bienchen, sondern um Zeichen, die auf eine bedrohliche Hyperkaliämie hindeuten können. Und wenn wir wissen, dass eine Hyperkaliämie existiert zeigt das Auftreten einzelner oder gar mehrerer „Killer-Bs“, dass wir jetzt sofort handeln müssen!
Die Killer-Bs
Bradykardie
Block (z.B. AV-Block, ggf. mit Ersatzrhythmus)
Breite Kammerkomplexe
Bizzarre Konfiguration
Bei Auftreten von „Killer-Bs“ sollte unbedingt eine Hyperkaliämie in Betracht gezogen werden.
Eines der frühesten Zeichen einer Hyperkaliämie können insbesondere erhöhte T-Wellen sein. Erhöhte T-Wellen können auch als hyperakute T-Wellen in der Frühphase eines akuten Myokardinfarkts auftreten. Ganz formale Unterscheidungskriterien gibt es nicht, aber tendentiell werden Hyperkaliämie-T-Wellen als „gleichschenkelig“ beschrieben (danke für den Hinweis an Manfred!). Hier gibt es noch einen Artikel zu STEMI-Mimics inkl. spitzen T-Wellen bei Hyperkaliämie (open access).
Szenarien
Passende Klinik + Killer-Bs (aber Hyperkaliämie noch nicht bekannt) → An Hyperkaliämie denken, wenn keine Messung verfügbar (z.B. prähospital ohne BGA): Kalkulierte Therapie mit Calcium i.v. erwägen.
Killer-Bs 🐝 bei Hyperkaliämie → Sofortige Therapie! Je mehr Killer-Bs, desto schlechter das potentielle Outcome. Sofort Calcium i.v. (z.B. 30ml Calciumgluconat 10% als Kurzinfusion über mind. 5 Minuten), dann je nach Zustand / Situation weitere Kaliumsenkende Maßnahmen bis hin zu Akut-Dialyse.
ERC Hyperkaliämie Algorithmus 2021 (Quelle: European Resuscitation Council 2021; Resuscitation – in Press https://cprguidelines.eu)
Liebe Leute, herzlich Willkommen zu Teil 2 von NERDfall Nr.22! Euch erwartet wieder eine ausführliche Aufarbeitung des Falls und der betreffenden Themen. Da dieser Fall einfach so unglaublich viele Facetten berührt, lohnt als ergänzende Lektüre ein Blick in den Chat der Telegram-Gruppe zwischen dem 21. und 25. Juli 2022 sehr!
Hey und herzlich willkommen zurück zu den NERDfällen! In unserem 22. Fall tauchen wir tief in eine wirklich kritische Versorgung ein und sind natürlich gespannt auf eure Gedanken zum Vorgehen! Schreibt einfach hier in die Kommentare oder diskutiert in unserer Telegram-Gruppe mit der Community! Wir wünschen viel Freude! 🙂
Die neue Infografik hat Moritz dieses Mal zu einem richtig handfesten Alltagsthema für euch erstellt – die verschiedenen Schockformen werden schnell und übersichtlich für euch zusammengefasst.
Hier könnt ihr die Infografik als PDF herunterladen:
Wie erwartet ging es in der, Diskussion diesmal vor allem um die Beurteilung des Patientenzustandes, Antiarrhythmika und Kardioversion. Es waren wie immer super aufmerksame, weitsichtige und nerdige Aussagen dabei und wir hoffen nun auch wieder mit unserem Material ein wenig Input zum Thema geben zu können. Viel Spaß und bis zum nächsten Mal!
[Wer einen Blick auf Teil 1 werfen möchte, kann das hier gerne tun.]
Es werden Blicke im Team ausgetauscht und die Entscheidung getroffen, nach einer zweiten Dosis Propofol ein drittes Mal zu schocken. Nun wird mit 200J kardiovertiert. Der Rhythmus hält sich weiter wacker. Es wird gesammelt entschieden, den soweit kreislaufstabilen Patienten nun mit diesem EKG-Bild nach telefonischer Absprache in den Zentralversorger zu transportieren.
Na wenn das mal kein Fall ist, mit dem wir wirklich jeden Tag rechnen können und müssen. Mal schauen, wie ihr agiert hättet!
Die RTW-Besatzung, bestehend aus 2 NFS und einem RH-Praktikanten, ist mit Sonder- und Wegerechten auf dem Weg zu einem kardiologischen Notfall; auf Anfahrt befindet sich ebenfalls ein NEF. Ziel ist ein Mehrfamilienhaus in einem überschaubaren 20.000 Seelen Ort, denn dort hätte der implantierte Defi eines Patienten zweimal ausgelöst. Über Funk ergänzt die Leitstelle, dass der Patient laut Angehörigen aktuell wach und ansprechbar wäre. Das Boardsystem lässt über den Standort des NEF vermuten, dass es ca. 6-7min später eintreffen wird.