Update 2023: Kompakte Informationen zur Kinderreanimation, Checklisten, Tipps, ständig aktualisierte Quellen und vieles mehr gibt es jetzt kostenlos auf notfallguru.de!
Nach dem Video zu den Grundlagen der Kinderreanimation sprechen wir im zweiten Teil mit Dr. Philipp Jung über erweiterte Maßnahmen gespickt mit guten Tipps aus der Praxis: Wie geht man bei der Atemwegssicherung vor, wie dosiert man die Medikamente korrekt und welche Fallstricke lauern bei der Defibrillation?
Manche Patient:innen will man am liebsten gar nicht intubieren – das kann an den schwierigen anatomischen Verhältnissen bei Verwachsung oder Tumor, massivem Bluterbrechen oder einer Atemwegsschwellung liegen. Es gibt aber auch Patient:innen, die ein extrem hohes physiologisches Risiko eines Kreislaufstillstandes haben und bei denen jede Narkoseeinleitung ein Ritt auf der Kanonenkugel ist.
Welche Patient:innen das sind und mit welchen Tricks man auch die schwierigen Fälle meistert, dazu hat Philipp ein paar Tipps:
Ein extrem beliebtes Nerdfallmedizin-Video Ende 2018 behandelte die RSI-Schablone.
Einige engagierte Kollegen aus dem Rettungsdienst hatten die wichtigsten Utensilien für die Notfallintubation auf einer abwaschbaren Plane eingezeichnet um so die Vorbereitung und den Ablauf dieser kritischen Prozedur zu optimieren.
Wir erhielten dazu viele Anfragen, die RSI-Schablone in dieser – oder selbst abgewandelter – Form ist mittlerweile im ganzen Bundesgebiet von RTWs über NEFs und sogar Notaufnahmen und Intensivstationen verteilt.
Jetzt gibt es ein Update – die RSI Schablone 1.1 – es wurde nochmal anpasst und aus praktischen Erfahrungen weiter optimiert!
So ist die Checkliste am Rand verbessert, die vielfach gewünschte Option „Videolaryngoskopie“ und der Cuffdruckmesser sind neu zu finden – außerdem der „Plan C“.
Auch nicht minder genial sind die RSI-Checklisten und Aufziehhilfe für Narkosemedikation – um Fehler beim Ablauf und bei der Verdünnung verschiedener Medikamente zu verhindern.
Da wir einige Anfragen erhalten haben, wo man die fertige Schablone für den täglichen Einsatz bekommt, freuen wir uns, dass die RSI Schablone und die Checkliste sowie Aufziehhilfe nun direkt bei den KollegInnen bestellt werden kann:
RSI Schablone (desinfizierbares, faltbares Bannermaterial) – 59,5cm x 57cm (Ablagefläche Bayern-RTW; kann aber auch gut gefaltet im Notfallrucksack transportiert werden)
Checkliste und Aufziehhilfe (desinfizierbar, stabiles Plastik) – A5. (alles jeweils zzgl Versandkosten, falls Versand gewünscht)
Disclaimer: Da es sich um ein Produkt handelt, das verkauft wird, könnte dieser Post formaljuristisch Werbung sein – ABER weder Nerdfallmedizin noch Martin oder Philipp haben eine Beteiligung bei den Verkäufen und bekommen auch keine Gegenleistungen für diesen Post. Wir finden die Schablone aber einfach fantastisch und werden uns selbst je eine bestellen! Angaben zu Preisen OHNE Gewähr.
Eine gute Vorbereitung ist halbe Miete. Das gilt auch für die Intubation und der Spruch „Resuscitate before you intubate“ sollte allen Notfallmedizinern bekannt sein. (Übersetzt etwa: „Kreislaufstabilisierung vor Narkose/Intubation“)
Dazu hat für uns auch lange die voll aufgedrehte Infusion gezählt – dem Patienten einen Volumenbolus mitgeben, damit der Blutdruck unter Narkose stabil bleibt..
Der PREPARE Trial hat den Volumenbolus vor Intubation bei Intensivpatienten untersucht und ernüchternde Ergebnisse gezeigt: Katecholamine sind besser, blinder Volumenbolus nicht vorteilhaft.
Vor zwei Wochen haben wir das Experiment „NERDfall“ gestartet. Ein kurzer Fall wurde vorgestellt und um eure Beiträge und Kommentare gebeten. Die große Anzahl der vielen, sehr durchdachten Kommentare haben uns extrem positiv überrascht – VIELEN DANK!!!
Wie versprochen folgt nun die Auflösung des Falles – wer nochmal die erste Geschichte und die Kommentare lesen möchte, klickt hier.
Das Atemwegsmanagement gehört zu den Kernkompetenzen eines jeden Notfallmediziners, egal ob prä- oder innerklinisch. Die S1-Leitlinie zum prähospitalen Atemwegsmanagement wurde vor kurzer Zeit aktualisiert. Die wichtigsten Neuerungen haben wir für Euch in der ersten Folge der NERDfacts zusammengefasst.
Die Rapid Sequence Induction (RSI) zur Intubation des kritisch kranken Patienten ist im Rettungsdienst gar nicht so häufig. Um den Patienten nicht zu gefährden, sollte eine RSI optimal geplant und im Team vorbereitet werden. Ein paar Jungs haben sich ein geniales Konzept zur Umsetzung und zum Training ausgedacht – und wir haben sie zu Nerdfallmedizin geholt!
Da es wirklich so viel dazu zu besprechen gibt, möchten wir euch die aus unserer Sicht wichtigsten Quellen und Infos zum Thema Atemwegsmanagement zusammentragen:
Immer mal wieder wird ja das Atemwegsmanagement durch nichtärztliches Personal, aber auch durch in der Atemwegssicherung nur wenig geübte Ärzte diskutiert.
Insbesondere zur Intubation durch Notfallsanitäter liegen aktuell noch keine Studien vor, ein Vergleich mit teilweise sehr heterogenen ausländischen Paramedic-Systemen ist nicht immer möglich.
Trotzdem wollen wir euch folgende Studie über Intubationen durch Australische Paramedics nicht vorenthalten, die Ihren Job anscheinend wirklich gut machen:
Wieviele Intubationen braucht nun ein Notarzt um sicher eine Intubation durchzuführen?
So viele wie möglich, das ist klar! In Zahlen hat sich der BDA in seiner Empfehlung von 2012 mit 100 Intubationen unter Aufsicht und 10 Intubationen pro Jahr zur Aufrechterhaltung der Erfahrung festgelegt. Die S1 LL prähospitale Notfallnarkose nennt keine Zahlen, betont jedoch die Relevanz einer ausreichenden Erfahrung.
Aus unserer Sicht ist insbesondere der Plan B und C (für Cricotomy 😉 ) wichtig und kann nicht oft genug betont werden. Hierzu gibt es eine tolle Zusammenfassung mit allen relevanten Punkten für die Atemwegssicherung, geschrieben für die Notaufnahme aber in weiten Teilen auf die Präklinik übertragbar und speziell an Anwender mit Unsicherheit im Atemwegsmanagement gerichtet:
Das Thema bleibt spannend und heiß diskutiert – auch weil es um standesrechtliche Fragen und die Interessen der verschiedenen Fachrichtungen an der Notfallmedizin geht.